Die Geschichte des Döner Kebab

Der Begriff Döner Kebab kommt aus dem Türkischen und ist ein zusammengesetzter Begriff, der die beiden Begriffe Döner und Kebab enthält. Der Döner heißt übersetzt „gedreht“ oder „drehender“ und Kebab rührt aus dem anatolischen Bereich her und bedeutet Fleisch. Also bezeichnet Döner-Kebab nur die Art der Zubereitung eines Nahrungsmittels, nämlich „gedrehtes Fleisch“. Der Döner geht zurück auf Iskender Efendi, der 1850 in Bursa ein Restaurant hatte, dessen Familie aus Istanbul kam und eher Metzgerfamilie war. Ursprünglich hieß Döner „Dönen Kebab“, was „Fleisch, das sich gedreht hat“ bedeutet.

 

Ursprung und Historie des Döner-Kebab

Bevor man zu dieser Zubereitungsart kam, wurden im Osmanischen Reich die Lämmer an einem Spieß aufgespießt und am offenen Feuer gegrillt. Weil diese Art der Grillkunst im 19.Jahrhundert von vielen Restaurants in Bursa angewandt wurde und dies auch zu unangenehmen Belästigungen in der Umgebung führte, machte sich Herr Iskender Efendi Gedanken über eine neue Möglichkeit der Zubereitung eines gegrillten Fleisches. Aber dies war nicht sein vorrangiger Gedanke. Denn zu der Zeit häuften sich die Restaurants und er musste sich eine Marktlücke überlegen. Als Metzger und Koch umreiste er die Gebiete um Bursa und stieß immer wieder auf Lammspieß, bis er auf die Idee kam, das Fleisch von den Knochen zu trennen und es nicht horizontal, sondern vertikal zu grillen. Doch einfacher gesagt als getan. Bevor Iskender Efendi das richtige Lamm für seinen Dönen Kebab aussuchen konnte, mussten erst einmal physikalische Gesetze überwunden werden. Denn die Flammen steigen naturgemäß nach oben, weshalb er sich für besondere Holzsorten entschied.

Aus diesem Grund durfte auch der Spieß nicht einfach mit Fleischstücken bestückt werden, sondern musste einer bestimmten geometrischen Form entsprechen, damit auch jede Stelle des Spießes gleich gut gegrillt wurde. Aber nicht nur das. Die Entfernung zwischen der Feuerstelle und dem Spieß spielte auch eine große Rolle, wie die Hitze in der Feuerstelle. War die Hitze in der Feuerstelle zu hoch und die Entfernung zu niedrig, war das wertvolle Fleisch unbrauchbar. War die Entfernung zu weit, brauchte das Fleisch zu lang und vergammelte somit. Die ersten Versuche schlugen fehl. Doch als die perfekte Einstellung gefunden wurde, war der Döner-Kebab nicht mehr aufzuhalten. Unter dem Namen „Iskender Kebab“, was übersetzt Fleisch nach Iskender Art bedeutet, wurde das gedrehte Fleisch mit Reis, Joghurt, einer Soße, Butter, einem dünnen Fladenbrot, auf einem vorgewärmten Teller serviert und dazu gegrillte Tomaten mit scharfen Peperoni. Sogar der damalige Sultan war so neugierig über das gedrehte Fleisch, dass er es unbedingt probieren wollte. So bestellte er Iskender Efendi zu sich und ließ ihn für den ganzen Hof gedrehtes Fleisch zubereiten.

Döner-Kebab heute

Der Siegeszug des Iskender Kebap und mit ihm der des Döners hielt lange an, weit über die Grenzen der Türkei. Inzwischen ist in Deutschland die Dönertasche das meist gegessene Fastfoodprodukt neben dem Hamburger. Eingeführt hat ihn der Berliner Gastarbeiter Remzi Kaplan oder auch Döner-Millionär, wie ihn auch viele nennen. Denn er hat es nicht nur geschafft, den Döner-Kebab erfolgreich in den deutschen Markt einzuführen, sondern auch dem deutschen Geschmack anzupassen. Heute sieht man in jeder Stadt und in jedem Viertel mindestens drei Döner-Kebab Geschäfte, die eine Vielzahl von Kebabs anbieten, um den Wünschen der Kunden gerecht zu werden. Angeboten werden Döner-Kebabs im Fladenbrot als Dönertasche mit reichlich Salat, Soße und meistens wenig Kebab, Iskender Kebab, wobei hier von den Kunden meist die deutsche Alternative bevorzugt wird, indem Pommes anstatt Reis genommen wird, seit neuestem auch die französisch-belgische Variante „Pomm-Döner“, einfach Pommes mit Döner-Kebab, die schlichte Variante „Sade Döner-Kebab“, Fleisch ohne alles und die vegetarische alternative Döner-Vegetaria. Von dem traditionellen Döner-Kebab ist jedoch nicht so viel übrig geblieben. Aber Hauptsache ist, dass es schmeckt. Darauf kommt es ja schließlich auch an.